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Nicht ohne meine Kinder!
von Mikey M | Upper Isar Valley |
Germanisierung
zwischen Lebensborn und Stasi-Kindern? Das Ausland ist entsetzt: Hitlers
und Honeckers Enkel werkeln munter weiter...
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Bozen, Südtirol/Italien
Es ist Freitag, der 10. März 2006.
Podiumsdiskussion und Pressekonferenz aus Anlaß der Buchvorstellung
der deutschen Autorin Karin Jäckel.
Die Stadt Bozen hat eigens hierfür ihre Festhalle zur Verfügung
gestellt. Internationale Pressevertreter sind da, ebenso mehrere Kamera-Teams.
Sogar "arte" ist vertreten im Rahmen einer Langzeit-Studie. Es herrscht
ein wenig Europa-Stimmung. Simultan-Übersetzung nebst Knopf im Ohr
für weniger Sprachbeflissene. Die deutsche Presse glänzt trotz
Einladung durch Abwesenheit. Dafür ist die Gästeliste lang, Juristen,
Politiker, italienische Behördenvertreter, Eltern- und Jugendorganisationen.
Der Schauspieler Mathieu Carrière hatte sich angekündigt, mußte
jedoch wegen des Wetters in Bayern und einem abendlichen Auftritt im München
kurzfristig absagen. Die meisten jedoch sind Mütter und Väter
aus vielen Ländern Europas. Alle haben eine Gemeinsamkeit, nämlich:
Es geht um Deutschland! Es geht um Kinder in Deutschland! Und es geht
um Kinder von Deutschlands Nachbarn!
So trägt die Veranstaltung einen Untertitel:
"Das deutsche Jugendamt - eine Kinderklaubehörde?"
Joumana Gebara, die Co-Autorin, ist Mutter von 3 nichtehelichen Kindern.
Sie spricht 5 Sprachen und lebte als Ausländerin in Deutschland, in
einer kleinen Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf. Es ist Herbst 2004.
Wie andere Frauen und Mütter hierzulande von Arbeitslosigkeit bedroht,
wartet sie nicht, sondern handelt. So wurde ihr ein neuer Arbeitsvertrag
avisiert, der unterschriftsreif in Italiens Norden auf sie wartete. Zudem
mußte eine neue Wohnung her, für die Mutter und ihre 3 Kinder.
Ihre Abwesenheit, um Vertrag und neue Wohnung klar zu machen, nutzte
das Jugendamt und ließ ihre zwei jüngsten Söhne verschwinden.
Offenbar in Zusammenarbeit mit der Tagesmutter, wo die beiden und die bereits
jugendliche Tochter während der Abwesenheit ihrer Mutter untergebracht
waren, wurden die Jungs dort abgeholt. Der Tochter sagte man, ihre beiden
Brüder seien nun bei Ihren Vätern. Tatsächlich wurden sie
in einer Nacht- und Nebelaktion in Pflegefamilien vermittelt. Begründung
1: Die Mutter hätte sich nach Italien abgesetzt und ihre Kinder zurückgelassen.
Nachdem sich dieser Vorwurf nicht halten ließ, die 2. Begründung:
Italien sei nicht gut für die Kinder!.
Diese Aussage bekamen auch ermittelnde Bozener Kriminalbeamte am Telefon
zu hören, die inzwischen ein Verfahren wegen Kindesentführung
gegen die verantwortlichen deutschen Jugendamtsbeamte eingeleitet hatten:
"So etwas haben wir hier in Italien noch nie erlebt." Joumana Gebara hat
Anfang 2005, unter der Gefahr, hier in Deutschland eingesperrt zu werden,
ihre beiden Söhne rück"entführt". Vor dem Familiengericht
war sie chancenlos. Wie tausende gleichfalls betroffener Eltern stand sie
einer Wand aus Jugendamt, Familiengericht und zu denen "kooperativen" Personen
gegenüber. Über die Erniedrigungen durch deutsche Amtsträger
und die dahinter steckende Kinderklau-Mentalität berichtet sie in ihrem
Buch ausführlich. Ebenso, wie über die abenteuerliche Flucht mit
ihren Kindern aus Deutschland heraus.
Frühjahr 2006. Im Plenum des Bozener Festsaales kann man eine Stecknadel
fallen hören. Gespannt verfolgen die Zuhörer, wie deutsche Ämter
in hoher Quantität Kinder wegnehmen und in Fremdunterbringungen vermitteln.
Jeder noch so banale Anlaß ist den Jugendämtern genehm. "Ja,
mit welcher Begründung tun die das eigentlich?" schallt es aus den
Rängen. Die bekannten Begründungen werden vorgetragen. Die Leute
schauen sich gegenseitig an, schütteln ungläubig mit den Köpfen.
Wir erfahren, daß in Deutschland etwa 170.000 Kinder in Pflegestellen,
Heimen und Psychiatrien außerhalb ihrer angestammten Familien untergebacht
sind. Den (deutschen) Steuerzahler kostet das rund 10 Milliarden Euro/Jahr.
Geschätzte 70.000 Minderjährige befinden sich dort, ohne ein
Problemfall zu sein. Sie gehören eigentlich in ihre Familien, so wie
es die Vereinten Nationen in ihren Menschenrechtsrichtlinien vorschreiben.
Die sind in Deutschland ratifiziert. Aber kaum ein Amt oder Gericht hält
sich daran. Ebenso geht es Kindern, die von Elternteilen oder anderen Personen
rechtswidrig nach Deutschland entführt wurden. Gemäß Haager
Abkommen müssen diese an ihr Herkunftsland herausgegeben werden. Das
funktioniert mit vielen Unterzeichnerstaaten, aber eben nicht mit Deutschland.
"Ist es in Deutschland schon wieder soweit? Gab es das nicht auch schon
in der Nazizeit?" Tatsächlich gab es das schon. Die Jugendämter
wurden 1936 durch die Nazis ins Leben gerufen und dienten zur Vorselektierung
für das Lebensborn-Programm. Hauptaufgabe damals war, geeignete Kinder
zu selektieren und sie ihren Familien zu entnehmen.
"Haben die Deutschen denn nichts daraus gelernt? Was sagt denn die Bevölkerung
dazu? Läßt die sich solche Entwicklungen wieder gefallen, wie
damals nach 1933?". Die deutsche Bevölkerung schweigt tatsächlich.
Sogar die Medien halten sich heraus, berichten nur in Einzelfällen
und das sehr oberflächlich. Es ist demnach kein Zufall, daß kein
deutscher Medienvertreter in Bozen anwesend ist. Ein bekannter FAZ-Redakteur,
der bereits zugesagt hatte, sagte kurzfristig wieder ab: "Keine Reiseerlaubnis
von meiner Verlagsleitung."
"Das ist unglaublich!! Wir hier in Italien würden offen Widerstand
leisten, wenn Behördenvertreter sich an unseren Kindern vergreifen würden.
Und die Deutschen tun nichts? Garnichts?? Schauen obrigkeitsblind zu, wo
wieder schlimme Sachen in diesem Land passieren?" Betretenes Kopfnicken auf
dem Podium.
"Die regen sich doch sonst über jeden Pipifax auf, über Bush,
Irak, Berlusconi und Bosnien. Dabei geschehen schon wieder schlimme Dinge
vor ihrer eigenen Haustür! Und ein ganzes Volk schweigt dazu? Lenkt
lieber ab auf andere? Was sind das für Menschen, diese Deutschen?" Die
Aufregung ist verständlich, in Italien haben Kinder einen hohen Stellenwert
und stehen unter persönlichem Schutz ihrer Familien. Hier heißt
es alle für einen und einer für alle. Die differente Mentalität
der Deutschen ist hier kaum nachvollziehbar: "Mit ihren Kindern vernichten
die ihre Zukunft. Und sowas will modernes Europa sein?"
Eine Bozener Zuhörerin fügt hinzu: "Ich habe 7 Jahre für
die hiesige Justiz gearbeitet und kann mich in der ganzen Zeit an nur eine
einzige Kindeswegnahme erinnern." Was ist so anders in Deutschland?
Offen kritisiert wird nun der Feminismus in Deutschland. Die beiden Autorinnen
erklären sich beide offen als Anti-Feministinnen. Diese Feministen
zerstören die deutsche Gesellschaft. Es wäre für das Land
unheimlich wichtig, daß dieser eklige Geschlechterkampf überwunden
würde. Daß zwischen den Geschlechtern wieder zusammen gearbeitet
wird, damit Beziehungen und Familien wieder funktionieren, wie anderswo
in Europa auch. Genau das Gegenteil ist aber in Deutschland der Fall, die
Geschlechter separieren sich. Und das wird durch politische Kräfte
noch weiter forciert, mit äußerst zerstörerischen Auswirkungen.
Die deutsche Linke ist nun in der Kritik. Durch Auswertungen von statistischen
Daten über Jugendhilfe ist zu sehen, daß der Kinderklau besonders
dort extreme Blüten schlägt, wo die SPD in der Regierung sitzt
oder lange Zeit war. Besonders der Norden Deutschlands ist durch hohe Verbringungsquoten
auffällig, speziell auch die Bundes- und Landeshauptstädte, dort,
wo die Politik sitzt. Der Süden Deutschlands ist wesentlich unauffälliger.
In den neuen Ländern sind wiederum höhere Wegnahmewerte erkennbar
als in den alten.
"Das war bis 1989 DDR-Praxis. Hier regierte Margot Honecker als Familienministerin.
Sie entführte Kinder von Dissidenten, Kritikern und Ausreisewilligen
und übergab sie Familien von Stasi-Angehörigen. Die sog. Stasi-Kinder
gibt es immer noch. Nur nennt sich die Organisation heute anders: Jugendamt,
mit quantitativ ähnlichem Erfolg wie vor 1990. Und Pflegeeltern rekrutieren
sich heute hauptsächlich aus Angehörigen des öffentlichen
Dienstes."
Aber auch die Christdemokraten sind in der Kritik: "Die tun auch nichts,
sondern entschuldigen dort, wo sie an der Macht sind, die teils von Vorgängern
übernommenen Mißstände". Es machen im Foyer Namen die Runde.
Darunter der Düsseldorfer OB, die Staatskanzlei und der neue Familienminister,
welcher sich zudem als CDU-Menschenrechtsexperte bezeichnet. Auch in Bayern
hörte man erst zu (wie der Rechtschreibreformer Zehetmair) und anschließend
weg (wie die Parteikollegin und Münchner Familienministerin Stewens).
Feminismus etwa auch in der CSU?
Es ist Freitag-Nachmittag. Ich bin in Joumanas Wohnung eingeladen. Eine
geräumige und geschmackvoll eingerichtete 140qm-Wohnung über den
Dächern Bozens, von wo aus die Dolomiten zu sehen sind. Ich lerne ihre
Kinder kennen. Ich frage ihren Jüngsten, wie das war, als er nach der
Trennung zum ersten mal seine Mutter wieder sah und warum er vor ihr weglief.
" Die haben mir gesagt, das mir Mama böses antun will. Ich sollte weglaufen,
falls ich sie sehe. Die will mich entführen. Ich wußte nicht,
was ich in dem Augenblick tun sollte. Ich wußte nicht mehr, was richtig
ist."
Am späten Nachmittag ist Lesung und Signierung des neuen Buches
in einer Bozener Buchhandlung. Neben Betroffenen ist hauptsächlich
die ältere Generation anwesend, die, welche noch den Krieg miterlebt
haben. Joumana liest Passagen, warum sie nach Deutschland kam, daß
dieses Land ihr großes Vorbild war, wieder auferstanden aus den Kriegswirren
und es so toll wieder geschafft hat. Sie wollte immer da hin, dort mitarbeiten
und stand immer hinter diesem Land. Eben bis zu diesem Zeitpunkt, als dieses
Land ihr Leben und das ihrer Kinder zerstören wollte.
"Und warum denn hat man dann Ihre Kinder weggenommen?" Ungläubige
Blicke einiger älterer Damen, als die Thesen des Vormittags wiederholt
werden. In der Buchandlung wird es wieder still, als Karin Jäckel
weiterliest. Nun geht es um die Aussagen der Söhne nach der "Befreiungsaktion".
Wie sie in den neuen Familien eingesperrt wurden, den ganzen Tag ihre Zimmer
nicht verlassen durften: "Ich habe mir meine Zähne mit den Fingern
geputzt, weil sie mir keine Zahnbürste gaben". Die beiden aufmüpfigen
Damen von vorhin haben inzwischen kreidebleiche Gesichtszüge, die
eine wortlose Frage formulieren: Ist es schon wieder soweit?
Es ist Samstag, die Sonne scheint und die Temparaturen sind frühlingshaft
angenehm. Bozen zeigt sich in seiner ganzen Schönheit. Wegen Lawinensperren
zwischen Tirol und Bayern sitze ich bereits gegen Mittag im Zug. Ich nehme
den Regionalzug zum Brenner, um noch möglichst viel von der südtiroler
Landschaft in mich aufzusaugen. Mein Waggon füllt sich mit Schulkindern
und Jugendlichen. Sie sind fröhlich und albern. Man fragt, ob der
Sitz noch frei ist, bevor man sich setzt. Die Wagen selbst sind sauber,
keine Schmierereien, keine Beschädigungen, keine Füße auf
den Sitzen, keine Frechheiten ggü. Mitreisenden. Wie geht das in der
heutigen Zeit? Mir fallen Joumanas Worte vom Vortag ein: "Dieses schöne
Stück Erde wollten die Deutschen meinen Kindern nicht gönnen!".
Der Zug fährt ab. Obwohl es nicht meine Art ist, bin ich melancholisch.
Ich habe nie soviel engagierte Leute gesehen, die sich für ein wenig
Menschlichkeit einsetzen wollen. Mir geht's schlecht, meine Augen sind
feucht, nach außen verdeckt durch die Sonnenbrille. Mir ist in dem
Augenblick bewußt, daß ich aus dem Frühling zurück
in den Winter reise. In den deutschen Winter, der seine Kinder frißt.
Und die seiner Nachbarn dazu...
Buchtip:
Karin Jäckel
Nicht ohne meine Kinder!
Bastei-Lübbe
Dieser Artikel ist Jamie Jasmin gewidmet, deren Menschenrechte* seit
1996 durch ein deutsches Jugendamt gebrochen werden.
*) Charta über die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen, eine
international anerkannte Menschenrechtsnorm, in Deutschland ratifiziert
durch den Bundestag.
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Meinungen von Lesern zu diesem Artikel
Otto-Normal | 17.03.06 | 16:33 Uhr
RE: Nicht ohne meine Kinder!
Mit meiner Jahreszahl auf dem Buckel bilde ich mir manchmal ein, dass
ich schon so gut wie alles gehört und gelesen habe,- n u r,- das, was
Sie, lieber MickeyM,- hier be - und geschrieben haben, habe ich noch nie
gehört und hätte es jedem Anderen als Ihnen auch nicht abgenommen!
Ich hielt es bei den ersten Zeilen für ein science-fiction,- aber
Ihre weiteren Ausführungen haben mich eines Besseren belehrt!
Dies ist doch eine unglaubliche und unhaltbare Situation,- w a r u m
wird das wirklich nicht,- ob in TV oder Druckmedien, an den Pranger gestellt?
Sicher, es wird immer Situationen geben, in den es den Kindern besser
geht, wenn sie von der genetischen Elternschaft wegkommen,- aber das können
doch nur Einzelfälle sein und die sind sicherlich nachweisbar,- das
was Sie aber hier schildern sprengt den Rahmen der Menschlichkeit!
Ich bin aus dem "Elternalter" raus, bin auch kein Grossvater,- aber wenn
Sie mir sagen würden, ob und wie man sich in einer Gemeinschaft gegen
diesen Missbrauch engagieren könnte, ich würde es sofort tun!
Danke für Ihren Beitrag und Ihre Recherchen.
Ihr Otto-Normal
kommentarlos | 16.03.06 | 11:33 Uhr
RE: Nicht ohne meine Kinder!
DANKE für diesen sehr guten Bericht! Ich war selber in Bozen dabei
- und ich empfinde es als SCHANDE für die deutsche Presselandschaft,
als Schande für alle hiesigen Medien, dass dieses Thema nicht aufgegriffen
wird!
Mein Lob an Opinio und RP - es wäre schön, wenn das Thema in
den Medien auf Seite 1, wo es hingehört, stehen würde. Statt
dessen wird dort lieber über Leute berichtet, die andere auffressen
- oder über Dinge, die per dpa-Ticker verbreitet und damit sowieso
in allen Nachrichten zu finden sind....
ich freue mich für Karin Jäckel! Auf Rückfrage gab sie
bekannt, dass dieses Buch sehr viele Vorbestellungen hatte - und ich hoffe
sehr, dass es in den Bestsellerlisten auf einen vorderen Rang kommen wird!
An die Leser: Kauft dieses Buch - denn nur, wenn es viel gekauft wird,
dann hat das Thema eine Chance in diesem Land!
MikeyM | 15.03.06 | 10:56 Uhr
RE: Nicht ohne meine Kinder!
Hallo Ayse, hallo sfw,
aus Platzgründen konnte ich nicht auf alle Aspekte eingehen, die
in Bozen erörtert wurden. Es gab noch wesentlich mehr erschütternde
Fakten. Tatsache ist, daß es seit vielen Jahren Betroffenen- und
Elternorganisationen im In- und Ausland (bis hin in die USA) gibt, die
den Aufstand gegen die deutschen Methoden proben. Sogar Clinton hatte im
Jahr 2000 bzgl. US-Kindern in Germany Schröder eine Protestnote überbracht,
der jedoch überhaupt nicht darauf reagierte.
Natürlich kam auch im Bozener Plenum die Frage, warum diese Veranstaltung
in Italien und nicht in Deutschland stattfände, "wo sie hingehörte".
Karin Jäckel sagte, daß diese Veranstaltung auf deutschem Boden
mit höchster Wahrscheinlichkeit verhindert worden wäre. Ein Künstler
und betroffener Vater ergänzte: "Wer sich als Eltern aktiv gegen diese
Mißstände wehrt, wird in Deutschland 'wie ein Terrorist' behandelt".
In Bozen wurde jedoch deutlich, daß das Ausland nicht mehr zuschauen,
sondern Unterstützung leisten will. Bereits am Freitagabend haben
7 italienische und österreichische TV-Sender über die Veranstaltung
berichtet. Wenn es denn nicht anders geht, muß der Knüppel aus
dem Sack und damit den verantwortlichen Politikern gehörig auf die
Finger gekloppt werden. Wenn es sein muß, auch mit punktuellen Boykottmaßnahmen.
Das Ausland wäre dabei!
streetfightingwoman | 15.03.06 | 09:07 Uhr
RE: Nicht ohne meine Kinder!
hallo mikey,
ein sehr umfassender, vouminöser, vielseitiger artikel, bei dem
ich fast zu jedem absatz etwas zu sagen hätte...
was dann aber die grenzen eines kommentars bei weitem sprengen würde.
es bleibt der eindruck, dass nicht nur irgendwas, sondern verdammt viel,
verdammt schief läuft und sich mir damit die frage stellt, wo anfangen
etwas zu ändern?
wissend, so schön demokratie gedacht ist, in welchem zähen
zeitrahmen änderungen sichtbar werden.
oder einfach sein lassen und da gas geben, wo es geschätzt wird
und wo die gegebenheiten und möglichkeiten vorhanden sind?
das kann man dann natürlich auch als feigheit und weglaufen bezeichnen...
nachdenkliche grüsse,
sfw
Ayse | 15.03.06 | 00:36 Uhr
RE: Nicht ohne meine Kinder!
Lieber MickeyM,
ein hervorragender, aber auch sehr bedrückender Artikel, in dem
sich die deutsche Realität bzw. "Bösartigkeit" wiederspiegelt.
Treffend ist auch der Vergleich mit den Methoden des Dritten Reiches bzw.
des ehemaligen DDR-Regimes.
Wie ich schon einmal erwähnte, erlebte ich mehrmals in der Vergangenheit
Fälle, in denen das Jugendamt vollkommen gesetzeswidrig handelte,
indem es aus haltlosen Gründen Kinder aus Familien bzw. einem Elternteil
wegnahm; Kinder, die ihre Eltern bzw. Vater oder Mutter nie wieder sahen.
Ich erlebte Fälle, in denen das Kind im Einverständnis des
Vaters oder der Mutter aufgrund einer finanziellen Notlage in eine Pflegefamilie
kam und das Jugendamt sich einer Rückführung widersetzte, als
sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der leiblichen Eltern bzw. des
leiblichen Elternteils besserte.
Die meisten machten die Erfahrung:
Einmal das Kind weggegeben, für immer verloren.
Solche Methoden von einer sehr umstrittenen Behörde, die vorgibt,
zum Wohl des Kindes zu handeln.
Leider halten sich wirklich die meisten Bundesbürger aus solchen
Dingen mit Bemerkungen heraus:
Ich will mit dem Jugendamt nichts zu tun haben
oder
Es muss ja etwas dran sein, wenn das Kind weggenommen wurde.
Eltern bzw. Elternteilen, denen so etas passiert, stehen wirklich bitterlich
einsam da und können nur auf die Unterstützung eines Rechtsanwaltes
hoffen. Aber selbst da istnicht immer zu sehen, dass der Anwalt im Interesse
seines bzw. seiner Mandanten bzw. zum Wohl des Kindes handelt.
Jugendämter haben sich in erschreckender Weise zu sehr verselbständigt
und unterliegen keiner oder nur einer geringen Kontrolle. Die Mitarbeiter
haben viel zu viel Macht und freie Hand. Die meisten von ihnen sind trockene
Theoretiker, manche kinderlos, zudem oftmals überfordert und frustriert.
Weshalb kommt es eigentlich nie zu bundesweiten Zusammenschlüssen
der durch das Jugendamt geschädigten Eltern und einer Großdemonstration?
Liebe Grüße, Ayse.
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