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Umgangsrecht: Protest geht weiter
Dem aus Südafrika angereisten Vater wurde vereinbartes
Treffen mit Kindern verwehrt
Von Ulrich Müller-Heinck
Der Südafrikaner Michael Hickman demonstriert mit Unterstützung
von Freunden seit Anfang der Woche erneut öffentlich
in Wilhelmshaven - jetzt an der Bismarck- / Ecke Baudissinstraße
- , um seine beiden bei der früheren Ehefrau lebenden
Kinder sehen zu dürfen. Wie von der WZ berichtet, war
im Zusammenhang mit einem Termin beim Familienrichter am Amtsgericht
am 15. August ein Treffen Hickmans mit seinen beiden sieben
und elf Jahre alten Söhnen für den 21. August vereinbart
worden. Dieser Termin - unter Teilnahme einer Psychologin
und einer Vertreterin des Jugendamts - kam nicht zustande;
die Mutter lehnte Stunden vorher ab,
angeblich, weil sie sich über die Presseveröffentlichung
in der Woche zuvor geärgert habe.
Hickman, der seine Kinder zuletzt während der Schulferien
im April vergangenen Jahres gesehen hatte, will jetzt so lange
in Wilhelmshaven für sein Umgangsrecht demonstrieren
- notfalls wiederum mit einem Hungerstreik - , bis es zu dem
zugesagten Treffen komme.
Zusammen mit Bernd Uhl, dessen Frau sich mit dem gemeinsamen
Kind nach Kanada abgesetzt hatte, sowie aus Frankreich erwarteten
weiteren betroffenen Elternteilen will Hickman auch über
seinen persönlichen Fall hinaus das Auge der Öffentlichkeit
auf die generelle Problematik richten. Internationales Medienecho
hatte zuvor eine Hungerstreikaktion unter der Weltzeituhr
auf dem Berliner Alexanderplatz ausgelöst. Die derzeitige
Aktion in Wilhelmshaven läuft parallel zu einer Demonstration
während der UN-Weltkonferenz in Durban. Weitere Aktionen
kündigt die Children Rights International-Internetadresse
www.josah-sehpferd.de
für New York und Paris an.
Der französische Anwalt Matthias Bloch, der Hickman
seit einigen Wochen vertritt, hat Anfang des Monats in einem
Offenen Brief an Bundeskanzler Schröder auf die unverhältnismäßig
hohe Zahl von Kindern in Deutschland, die nach einer Scheidung
von einem Elternteil getrennt sind, hingewiesen. Der Heidelberger
Professor Jayme bezeichne Deutschland im Familienrecht sogar
als "das Schlusslicht in Europa".
Gerne werde gedacht, so Bloch, dass eine gescheiterte Familie
am besten in eine "neue" zu verwandeln sei, indem
der alleinerziehende Elternteil einen neuen Partner und das
Kind am besten auch einen neuen Namen
erhalte.
Eine solche "Lösung" überhaupt für
gangbar zu halten, sei nur durch ein radikales Wegsehen und
Nichtzurkenntnisnehmen der schweren Schäden möglich,
die sich in der Person des Kindes und des ausgeschlossenen
Elternteils ereigneten. Bloch kritisiert eine "gewisse
Laxheit" der deutschen Rechtspraxis, den Fortbestand
der Eltern-Kind-Beziehung nach einer Trennung grundrechtlich
zu schützen, wie dies eigentlich vom Verfassungsgericht
vorgegeben sei. Der Anwalt, der als Referent zum Deutschen
Familiengerichtstag im September in Brühl eingeladen
ist, will das Thema der Kinder getrennter binationaler Eltern
und die
Handhabung durch die Behörden in der Bundesrepublik auch
mit Justizministerin Herta Däubler-Gmelin erörtern.
Die Buchautorin Dr. phil. Karin Jäckel unterstützt
ebenfalls die internationale Protestaktion in Wilhelmshaven.
Sie appelliert, dabei
mitzuhelfen, dass alle Kinder in Deutschland künftig
auch nach der Trennung ihrer Eltern beide Elternteile und
beide Großelternpaare und beide Hälften der Großfamilie
lieb haben dürfen und ganz selbstverständlich mit
ihnen zusammen sein können.
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