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Danke für Ihren Mut, diesen gesellschafts- und familienpolitischen
Skandal in Ihrer Frauenzeitschrift anzupacken. Gute Werbung
für das Anliegen, dem Kind beide Eltern nach Trennung
und Scheidung zu erhalten. Dies ist übrigens ein Menschenrecht.
Deutschland ist in ständiger Rechtsprechung des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte wegen Verstoßes
hiergegen bereits 6 Mal verurteilt worden. Zwei weitere Klagen
sind zur Entscheidung angenommen. Ihre Meldung zum Thema Umgangsrecht
("alle 14 Tage ein Wochenende, jeden 2. Feiertag und
die Hälfte der Ferien ...") entspricht zwar der
üblichen Entscheidungs-Praxis - tatsächlich aber
haben laut Gesetz (§ 1684 Abs. 1 BGB) Kinder das Recht
auf Umgang mit beiden Eltern, und beide Eltern sind dazu verpflichtet,
eine zeitliche Einschränkung gibt es hier nicht. Einzige
logische Einschränkung kann das Recht auf den Umgang
mit dem anderen Elternteil sein. D.h., die Hälfte der
Zeit steht dem Kind zum Umgang mit jedem Elternteil zu. Dieser
gleichberechtigten Verteilung entspricht § 1626 BGB.
Nach Abs. 1 haben beide Eltern "die Pflicht und das Recht,
für das minderjährige Kind zu sorgen (elterliche
Sorge)." Nach Abs. 3 gehört zum Wohl des Kindes
"... der Umgang mit beiden Eltern." Mir ist ein
Schreiben des Bundesjustizministerums bekannt, wonach es keine
gesetzliche Umgangsregelung gibt. Laut Bundesverfassungsgericht
ist ein Umgang nach Einzelfall bis 50/50 möglich.
Ingo Alberti, Essen
Ich bin ein Vater aus Südafrika, dem seit 6 Jahren kein
Umgang mit seinen Söhnen John-Michael und Sebastian ermöglicht
wird, obwohl ich seit über einem Jahr mit ihnen in einer
Stadt wohne. Zwei Hungerstreiks in Berlin (2001 und 2002)
und verschiedene Straßenproteste änderten nichts
hieran. Ich danke Ihnen für Ihren Mut, dieses Thema zu
beleuchten. Betonen möchte ich, dass Kinder und Großeltern
am meisten leiden. Mein Vater starb, ohne seine Enkel fast
7 Jahre gesehen zu haben. Meine Mutter leidet noch. Mein Bruder
wurde kürzlich bei einem Motorradunfall getötet.
Er hinterließ eine 11jährige Tochter, die meinen
Söhnen regelmäßig schreibt, ohne jemals eine
Antwort zu erhalten, seit diese illegal aus Südafrika
nach Deutschland verbracht wurden. Mein Fall ist einer von
Zigtausend, in denen die Gefühle von Menschen verletzt
werden.
Michael Hickman (Südafrika)
zurzeit Wilhelmshaven
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